Mehr Freiräume, klare Perspektiven, bessere Förderung
München, den 28.04.2026
Das Thema „Starke Mittelschule in Bayern“ steht in dieser Woche im Mittelpunkt der Aktuellen Stunde der FREIEN WÄHLER Landtagsfraktion im Bayerischen Landtag. Felix Locke, Landtagsabgeordneter und Parlamentarischer Geschäftsführer, unterstreicht dabei die zentrale Bedeutung der Mittelschulen für das bayerische Bildungssystem: „Unsere Mittelschulen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für Chancengerechtigkeit, Persönlichkeitsbildung und den erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben. Deshalb wollen wir ihnen gezielt mehr Freiräume und Flexibilität vor Ort ermöglichen.“
Im Fokus der Weiterentwicklung steht, die Schulen noch stärker an den individuellen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler auszurichten. Insbesondere die Förderung von Basiskompetenzen, projektorientiertes Lernen, eine praxisnahe Berufsorientierung sowie die Persönlichkeitsentwicklung sollen künftig noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Ziel ist es, individuelle Bildungswege zu ermöglichen.
Ein zentraler Baustein ist dabei mehr Flexibilität im Schulalltag. So soll das jahrgangsübergreifende Lernen (JAMI) weiter ausgebaut und als reguläres Angebot an geeigneten Standorten etabliert werden. Ergänzend ist die Einführung einer flexiblen Stundentafel in den Jahrgangsstufen 5 bis 7 geplant, die es den Schulen erlaubt, Unterrichtsstunden gezielt zu verschieben, um Basiskompetenzen zu stärken – ausdrücklich ohne zusätzliche Bürokratie. Zudem eröffnet ein Schulversuch mit integriertem M-Zug in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 leistungsstarken Schülerinnen und Schülern einen weiteren Weg zum mittleren Schulabschluss, ohne dass ein Schulwechsel erforderlich wird.
Auch inhaltlich werden neue Akzente gesetzt. Künftig sollen projektorientierte und fächerübergreifende Lernformen deutlich ausgebaut und durch geeignete Prüfungsformate ergänzt werden. Darüber hinaus ist ein Schulversuch zur Persönlichkeitsbildung vorgesehen, der unter anderem Intensivpraktika mit gezieltem Kompetenztraining kombiniert und die Berufsorientierung weiter stärkt.
Ein besonderes Augenmerk gilt zudem der Unterstützung von Lehrkräften und Schulleitungen. Durch gezielte Fortbildungsangebote, neue digitale Unterstützungstools sowie das ISB-Portal „lernwirksam unterrichten“ sollen Lehrkräfte noch besser dabei unterstützt werden, Lernprozesse wirksam zu gestalten. Gleichzeitig wird die Arbeit in Schulleitungsteams stärker gewürdigt und organisatorisch unterstützt. Mit dem Ansatz der evidenzbasierten Schule wird darüber hinaus ein moderner, datenbasierter Weg der Schulentwicklung erprobt.
Es ist unsere gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe, der Mittelschule den Stellenwert zu geben, den sie verdient. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil gleichwertiger Bildungswege und eröffnet jungen Menschen starke Perspektiven für ihre Zukunft. Jede Schulform leistet ihren eigenen wichtigen Beitrag, Kinder und Jugendliche auf das Leben vorzubereiten. Die Mittelschule insbesondere schafft eine hervorragende Grundlage für den Einstieg in eine betriebliche Ausbildung und damit für viele dringend benötigte Fachkräfte von morgen. Klar ist aber auch: Dieses Ziel werden wir politisch nicht allein erreichen. Es braucht ein Umdenken in der Gesellschaft. Nicht jedes Kind muss aufs Gymnasium gehen, um erfolgreich seinen Weg zu machen. Entscheidend ist, dass Begabungen erkannt, gefördert und wertgeschätzt werden.
„Die Mittelschule macht stark für jeden Weg – ob Ausbildung oder weiterführende Bildung. Mit mehr Zeit, klaren Zielen und individueller Förderung schaffen wir beste Voraussetzungen für die Zukunft unserer jungen Menschen“, so Locke abschließend.

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